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Guide · 04

Wasserdichtigkeit

Die Angabe „100 Meter" (gleichbedeutend mit „10 bar" oder „10 ATM") auf dem Gehäuseboden bezieht sich auf einen statischen Drucktest im Labor — nicht auf eine reale Tauchtiefe. Schon das Eintauchen einer Hand erzeugt im Wasser Druckspitzen, die deutlich über dem Nennwert liegen. Faustregel: 1 bar = 1 ATM ≈ 10 Meter Wassersäule.

Worum es geht

Die Angabe „100 Meter" auf dem Gehäuseboden einer Uhr beschreibt das Ergebnis eines statischen Drucktests im Labor — nicht die reale Tauchtiefe. Beim Eintauchen, Schwimmen oder Springen entstehen dynamische Druckspitzen, die den Nennwert um ein Vielfaches überschreiten. Daraus ergibt sich die Faustregel: für realen Wassereinsatz nur etwa ein Drittel der Nenntiefe annehmen. 3 ATM (30 m) erlauben nur Spritzwasser, 5 ATM Händewaschen und kurzes Duschen, 10 ATM (100 m) das Schwimmen im Pool und Schnorcheln, 20 ATM (200 m) das rekreative Tauchen, und ISO 6425 zertifiziert eine echte „Divers Watch" ab 30 ATM (300 m).

200 m400 m600 m800 m1000 m100M10 BARWasseroberfläche

Wasserdichtigkeit

10ATM

10 bar · 100 m statischer Druck

ATM

10

Bar

10

Meter

100

Tiefenleiter — was bedeutet das in der Welt

  1. 3

    ATM · 30 m

    Spritzwasser

    Statischer Druck wie 1 m Wassersäule beim Händewaschen.

    Vergleich

    Regenschauer

  2. 5

    ATM · 50 m

    Waschen / Dusche

    Ein 50 m hoher Sprungturm erzeugt vergleichbaren statischen Druck.

    Vergleich

    Schwimmbad-Sprungturm

  3. 10

    ATM · 100 m

    Schwimmen

    Sporttaucher-Grenze ohne Pressluft.

    Vergleich

    Tiefste Apnoe-Disziplin „Constant Weight"

  4. 20

    ATM · 200 m

    Freitauchen

    Rekreatives Scuba beginnt ab dieser Klasse.

    Vergleich

    Höhe des Kölner Doms

  5. 30

    ATM · 300 m

    Gerätetauchen

    ISO 6425 zertifiziert als „Divers Watch".

    Vergleich

    Höhe des Eiffelturms (324 m)

  6. 100

    ATM · 1000 m

    Sättigungstauchen

    Profi-Tiefe mit Heliox-Gasgemischen.

    Vergleich

    Empire State Building (Antenne 1.250 ft)

Was ist bei 10 ATM (100 m) erlaubt

Statisch vs. dynamisch

Der angegebene Druckwert ist ein Laborwert ohne Bewegung. Schon das Springen ins Wasser erzeugt dynamische Druckspitzen, die ein Vielfaches des Nennwerts erreichen können. Faustregel: realer Einsatz max. ein Drittel der Nenntiefe.

Worauf achten

  • Druckprüfung alle 1–2 Jahre durch autorisiertes Service-Center.
  • Krone immer vollständig verschraubt bzw. eingedrückt.
  • Niemals Knöpfe oder Krone unter Wasser betätigen.
  • Heißes Wasser (Sauna, Dusche) belastet Dichtungen.
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Häufige Fragen

  • Was bedeutet 3 ATM bei einer Uhr?

    3 ATM entspricht einem statischen Druck von 30 Metern Wassersäule. Geeignet für Regen und Spritzwasser, NICHT für Händewaschen oder Schwimmen — dynamische Druckspitzen beim Eintauchen übersteigen den Nennwert deutlich.

  • Kann ich mit einer 10-ATM-Uhr schwimmen?

    Ja, 10 ATM (100 m) sind für Schwimmen im Pool und Schnorcheln freigegeben. Für Gerätetauchen reicht es offiziell nicht — dafür empfiehlt ISO 6425 mindestens 200 m bzw. 20 ATM Druckfestigkeit.

  • Warum ist die Meterangabe missverständlich?

    Die Meterangabe basiert auf einem statischen Drucktest im Labor — ohne Bewegung. Beim Eintauchen oder Springen erzeugt das Wasser dynamische Druckspitzen, die den Nennwert um ein Vielfaches überschreiten können. Faustregel: realer Einsatz max. ein Drittel der Nenntiefe.

  • Wie oft muss die Wasserdichtigkeit geprüft werden?

    Dichtungen altern. Eine Druckprüfung durch ein autorisiertes Service-Center sollte alle 1–2 Jahre erfolgen — besonders vor Urlauben am Wasser. Ein einfacher Trockentest beim Juwelier ist günstig und schnell; mit Dichtungstausch wird es je nach Modell teurer. Die Krone muss vor Wasserkontakt immer vollständig verschraubt bzw. eingedrückt sein.

  • Meine Uhr ist von innen beschlagen — was tun?

    Kondenswasser unter dem Glas bedeutet: Feuchtigkeit ist bereits im Gehäuse. Nicht abwarten — die Uhr so schnell wie möglich zum Uhrmacher oder Service-Center bringen, sonst drohen Korrosion am Werk und teure Folgeschäden. Hausmittel wie Reis oder Heizung beheben nur das Symptom, nicht die undichte Stelle.

  • Was bedeutet ISO 6425?

    ISO 6425 ist die internationale Norm für Taucheruhren („Divers Watch"). Verlangt unter anderem mindestens 100 m Druckfestigkeit, einseitig drehbare Lünette mit 60-Minuten-Skala, Ablesbarkeit in 25 cm Dunkelheit und Stoßfestigkeit. Rolex Submariner, Omega Seamaster Diver 300M und IWC Aquatimer erfüllen die Norm.

  • Was ist die wasserdichteste Rolex?

    Die Rolex Deepsea Challenge mit 11.000 m (1.100 ATM) Druckfestigkeit. Standard-Sea-Dweller liegen bei 1.220 m (122 ATM), Sea-Dweller Deepsea bei 3.900 m. Submariner Date hat 300 m. Werte oberhalb von 30 ATM sind im Alltag rein technische Reserve, kein realer Tauchanspruch.

MWB Watches · München · Wiener Börse · WKN A4032H

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